4 Bau und Ausrüstung

4.1 Kennzeichnung

4.1.1 An jeder Verbrauchseinrichtung müssen dauerhaft und leicht erkennbar angegeben sein:

Hersteller oder Lieferer

Typenbezeichnung

Baujahr

Gasart

Anschlußdruck      mbar Überdruck

Anschlußwert        kg/h bzw. g/h 

 

4.2 Werkstoffe, Bemessungen

4.2.1 Flüssiggasanlagen müssen nach Bauart, Auswahl der Werkstoffe und deren Bemessungen so ausgeführt sein, daß sie bis zu den bei bestimmungsgemäßer Verwendung auftretenden höchsten Drücken oder den Prüfdrücken dicht sind und den auftretenden mechanischen, chemischen und thermischen Beanspruchungen standhalten.

 

4.3 Absperreinrichtungen

4.3.1 Vor jeder Verbrauchsanlage muß eine jederzeit zugängliche Hauptabsperreinrichtung eingebaut sein.

4.3.2 Hauptabsperreinrichtung darf auch das Flaschenventil sein, wenn sich die Verbrauchseinrichtung und die Flasche in demselben Raum befinden.

4.3.3 Jede angeschlossene Verbrauchseinrichtung muß für sich einzeln absperrbar sein, und zwar am Ende der fest verlegten Leitung. Die Absperreinrichtungen müssen jederzeit zugänglich sein.

 

4.4 Leitungen

4.4.1 Leitungen zwischen Versorgungsanlage und Verbrauchseinrichtungen müssen fest verlegt sein. Lassen betriebstechnische Gründe dies nicht zu, dann müssen bewegliche Leitungen (Schläuche) so kurz wie möglich sein.

4.4.2 Es dürfen nur Schläuche verwendet werden, die gegen Einwirkung von Flüssiggas in gasförmiger und flüssiger Phase beständig sind und dem maximalen Ausgangsdruck des Druckregelgerätes entsprechen. Schläuche zwischen Behälterventilen und Druckregelgerät müssen Hochdruckschläuche sein.

4.4.3 Sind beim Gebrauch ortsveränderlicher Verbrauchseinrichtungen Schlauchbeschädigungen nicht auszuschließen, müssen die Verbrauchseinrichtungen zumindest an verstärkte Mitteldruckschläuche angeschlossen sein.

4.4.4 Schlauchverbindungen müssen durch fabrikmäßig fest eingebundene Schraubanschlüsse oder durch Schlauchklemmen und genormte Schlauchtüllen hergestellt sein.

 

4.5 Sicherheits- und Regeleinrichtungen

4.5.1 Jeder Brenner einer Verbrauchseinrichtung muß mit einer Flammenüberwachung, z. B. Zündsicherung, versehen sein.

Hiervon sind folgende Verbrauchseinrichtungen ausgenommen:

a) Öfen mit mehreren Brennern und mit einer Arbeitstemperatur von nicht mehr als 650 C, wenn die Brenner so zueinander angeordnet sind, daß eine sichere Überzündung gewährleistet ist und mindestens ein Brenner mit einer Flammenüberwachung nach Abschnitt 4.5.1, Satz 1, ausgerüstet ist.

b) Im Langzeitbetrieb kontinuierlich betriebene Öfen mit einer Arbeitstemperatur von mehr als 650 C, wenn diese entsprechend Anlage II, Abschnitt 2.3, zu diesen Richtlinien überwacht werden.

c) Handbrenner und Flächentrockner sowie andere Geräte, bei denen der Arbeitsvorgang die ständige Beobachtung der Flamme erfordert.

d) Brenner ohne Brennkammern, deren Anschlußwert 50 g/h nicht übersteigt.

4.5.2 Öfen nach Abschnitt 4.5.1 b) müssen mit einer Einrichtung versehen sein, die den Gasdruck überwacht.

4.5.5 Durch die Regelung des Brenners darf die Wirkung der Zündflamme nicht beeinträchtigt werden können.

4.5.6 Werden Sicherheits-, Regel- und Absperreinrichtungen mittels Hilfsenergie oder eigener Energie gesteuert, muß gewährleistet sein, daß beim Ausfall der Energie die Gaszufuhr zu den Brennern zwangsläufig abgesperrt wird.

4.5.7 Verbrauchseinrichtungen, in denen Heißluft oder Verbrennungsgase umgewälzt oder aus denen Abgase mechanisch abgesaugt werden, müssen so beschaffen sein, daß beim Ausfall der Umwälz- oder Absaugeanlagen die Gaszufuhr zum Brenner selbsttätig abgeschaltet wird. Dies gilt auch für Gebläsebrenner, wenn die Zufuhr der Verbrennungsluft unterbrochen wird.

4.5.8 Sicherheits- und Regeleinrichtungen müssen so beschaffen und eingebaut sein, daß sie in ihrer Wirkungsweise durch schädliche Einflüsse nicht beeinträchtigt werden.

4.5.10 Kann bei absperrbaren Leitungen oder Leitungsabschnitten Gas in flüssigem Zustand eingeschlossen werden, dann müssen diese Leitungen oder Leitungsabschnitte mit Einrichtungen gegen Drucküberschreitung ausgerüstet sein.

4.5.11 Aus Sicherheitsventilen ortsfester Flüssiggasanlagen austretendes Gas ist gefahrlos abzuführen.

4.5.12 Können Verbrauchseinrichtungen gleichzeitig mit verschiedenen brennbaren oder die Verbrennung fördernden Gasen gespeist werden, dann muß sichergestellt sein, daß ein Gas nicht in die Leitung des anderen Gases eindringen kann.

4.6 Brenner

4.6.1 Brenner müssen so beschaffen sein, daß sie bei jeder einstellbaren Belastung durchzünden und standfest brennen (Brennsicherheit).

4.6.2 Brenner müssen eine hygienisch einwandfreie Verbrennung gewährleisten.

4.8 Gas/Luft-Mischanlagen

Die Fortleitung von Gas/Luft-Gemischen ist nur zulässig, wenn sichergestellt ist, daß der Anteil des Flüssiggases mindestens das 1,3fache der oberen Zündgrenze beträgt. Ausgenommen sind Leitungen, in denen aus betrieblichen Gründen ein nahezu stöchiometrisches Gemisch vom Vormischer zum Brenner geleitet wird, wenn Einrichtungen vorhanden sind, die eine Rückzündung in die Leitung sicher verhindern. Diese Leitungen müssen so kurz wie möglich sein.