Das Unternehmermodell

Neu: Alternative Betreuungsmöglichkeit für Betriebe mit mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigten / Unternehmer von Backbetrieben mit mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigten können jetzt für die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung ihres Betriebes eine alternative Betreuungsform wählen: das Unternehmermodell. In Betrieben mit bis zu 10 Beschäftigten kann der Unternehmer weiterhin die Betreuung über das BGN-Branchenmodell sicherstellen.

Unternehmer von Betrieben mit mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigten können jetzt zwischen der Regelbetreuung und dem BGN-Unternehmermodell als Alternative wählen. Dies ist seit 1. 1. 2012 möglich. Seitdem gilt eine neue Fassung der DGUV Vorschrift 2 (siehe Kasten).

Unverändert gelten die bisherigen Regelungen und Voraussetzungen für das BGN-Branchenmodell (= Kompetenzzentermodell) und für die Regelbetreuung

Was bedeutet Unternehmermodell? Der Gedanke des Unternehmermodells ist: Der Unternehmer eines Kleinbetriebs ist Dreh- und Angelpunkt für alle Entscheidungen in seinem Betrieb. Zu diesen Entscheidungen gehören auch die 2 Bereiche, die für betriebswirtschaftliche und soziale Belange wichtig sind: Sicherheit und Gesundheitsschutz. Beim Unternehmermodell wird der Unternehmer sensibilisiert, motiviert und informiert, Sicherheit und Gesundheitsschutz in die betrieblichen Entscheidungsprozesse und in alle Abläufe zu integrieren und wirksame Lösungen zu finden. Er weiß, wann er Expertenberatung durch einen Betriebsarzt und/oder eine Fachkraft für Arbeitssicherheit in Anspruch nehmen muss.

Der Weg ins Unternehmermodell
Ein Unternehmer, der am Unternehmermodell der bgn teilnehmen möchte, muss folgende Bedingungen erfüllen: Er nimmt persönlich an einem 3-tägigen Basisseminar (Motivationsmaßnahme) der bgn teil. Und: Er sichert der bgn zu, dass er für die Betreuung im Bedarfsfall die Fachberatung eines Betriebsarztes oder einer Fachkraft für Arbeitssicherheit hinzuzieht. Dann erteilt ihm die bgn die Befreiung von der Regelbetreuung.

Die bgn rechnet mit vielen Anmeldungen zum Basisseminar. Mit der Folge, dass nicht alle Unternehmer sofort einen Platz in einem Seminar bekommen können. Damit ihnen aber keine zeitlichen Nachteile entstehen, bietet ihnen die bgn die Teilnahme an einer freiwilligen Startqualifizierung an. Damit können sie kurzfristig ins Unternehmermodell umsteigen.

Kurzfristig einsteigen: freiwillige Startqualifizierung Für die freiwillige Startqualifizierung arbeitet der Unternehmer einen Studienbrief durch. Er enthält neben Übungsfragen einen Fragebogen, den er ausgefüllt an die bgn zurückschicken muss. Nach Prüfung der Unterlagen bestätigt die bgn die Teilnahme am Unternehmermodell vorläufig zum 1. des folgenden Monats. asd*bgnbetreute Betriebe werden zu diesem Termin befristet von der Regelbetreuung befreit. Die vorläufige Befreiung wird in eine dauerhafte umgewandelt, wenn der Unternehmer innerhalb von einem Jahr ein Basisseminar besucht.

Alle Bestandteile des Unternehmermodells auf einen Blick, siehe Kasten.

INFO
Jeder Betrieb mit Beschäftigten muss eine betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung sicherstellen. Wie der Unternehmer diese Betreuung konkret im Betrieb durchführen kann, hängt von der Betriebsgröße und der Betreuungsgruppe des Betriebes ab.

Mit Leben füllen – zum Nutzen des Betriebes
Die neue DGUV Vorschrift 2 der bgn räumt dem Unternehmer erweiterte Möglichkeiten ein, die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung seines Betriebs durchzuführen. Sinn und Zweck jeder Form dieser Betreuung ist es, die Arbeitsprozesse störungsfrei, sicher und gesundheitsgerecht zu gestalten. Sie hilft, die Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern. Diese Ziele im Unternehmermodell zu erreichen, setzt voraus, dass der Unternehmer es mit Überzeugung und Ernsthaftigkeit lebt.

MEINE BETREUUNGSMÖGLICHKEITEN
Mein Backbetrieb hat …
1 bis 10 Beschäftigte* mehr als 10 und bis 50 Beschäftigte* mehr als 50 Beschäftigte*
BGN-Branchenmodell (Kompetenzzentermodell) oder Regelbetreuung für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten BGN- Unternehmermodell oder Regelbetreuung Regelbetreuung
* Infos zur Berechnung der Beschäftigtenzahl finden Sie unter: www.bgn.de, Shortlink = 1188

 

Bestandteile des Unternehmermodells

(nach Anlage 3 der DGUV Vorschrift 2)


FREIWILLIGE STARTQUALIFIZIERUNG (SCHNELLER EINSTIEG)


Unternehmer arbeitet Studienbrief durch.

Nach erfolgreicher Teilnahme: Vorläufige Befreiung von der Regelbetreuung. Für die endgültige Befreiung muss der Unternehmer innerhalb von 12 Monaten ein Basisseminar (siehe unten) erfolgreich abschließen. Wird diese Frist nicht eingehalten, erfolgt ein kostenpflichtiger Anschluss zur Regelbetreuung an den ASD*BGN (§ 42 Absatz 4 BGN-Satzung).

Service

Studienbrief zur Startqualifizierung anfordern:


MOTIVATIONSMASSNAHME (REGULÄRER EINSTIEG)


Unternehmer besucht persönlich 3-tägiges Basisseminar in einem BGN- Ausbildungszentrum. Nach erfolgreicher Teilnahme: Dauerhafte Befreiung von der Regelbetreuung

Für den Besuch des Seminars übernimmt die BGN die Kosten für Unterbringung und Verpflegung in der Ausbildungsstätte. Darüber hinaus werden die Kosten der Hin- und Rückreise innerhalb Deutschlands erstattet. Siehe dazu auch: Allgemeine Hinweise, www.bgn.de, Shortlink = 1153

Service


INFORMATIONSMASSNAHME


Der Unternehmer informiert sich eigenständig über Arbeitsschutzthemen und Themen der Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes.

Die Informationsmaßnahme beginnt mit Teilnahme am Unternehmermodell. Sie begleitet den Unternehmer kontinuierlich und läuft zeitlich unbegrenzt.

Service


FORTBILDUNGSMASSNAHME


Der Unternehmer nimmt an regionalen und/oder EDV-gestützten Fortbildungsmaßnahmen teil.

Dabei vertieft und erweitert er sein Arbeitsschutzwissen.


BEDARFSORIENTIERTE BETREUUNG


Der Unternehmer fordert im Bedarfsfall die Fachberatung eines Betriebsarztes bzw. einer Fachkraft für Arbeitssicherheit an.

Über die Notwendigkeit und das Ausmaß der Beratung entscheidet er selbst. Grundlage für seine Entscheidung ist die Gefährdungsbeurteilung. Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung sollten ein Betriebsarzt und eine Sicherheitsfachkraft mit einbezogen werden. Ein weiterer Bedarfsfall liegt bei besonderen Anlässen vor: z. B. Planung, Errichtung und Änderung von Betriebsanlagen, grundlegende Änderung von Arbeitsverfahren und die Einführung neuer Arbeitsverfahren. Die bedarfsorientierte Betreuung beginnt mit Teilnahme am Unternehmermodell. Die Kosten der Beratung trägt der Unternehmer.

Tipp

Sie können weiter auf Ihre bisherigen Experten zurückgreifen:



FRAGEN UND INFOS


Sie können auch Fragen per E-Mail schicken:
unternehmermodell@bgn.de
Alle Infos, u. a. auch zu häufig gestellten Fragen, auf
einen Blick: praevention.portal.bgn.de


 


DIE VORSCHRIFT


Welche Möglichkeiten Betriebe haben, die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung durchzuführen, ist in der Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (DGUV Vorschrift 2, BGN-Fassung vom 1. Januar 2012) festgelegt.

 

Betreuungsmöglichkeiten


BGN-BRANCHENMODELL (ALTERNATIVE BETREUUNG)


mit bedarfsorientierter Betreuung (Beratung im Bedarfsfall) durch regionale BGN-Kompetenzzentren. Die Kosten der Beratung übernimmt die BGN.

Der Unternehmer des Kleinbetriebes mit bis zu 10 Beschäftigten führt die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Betreuung seines Betriebes selbst durch. Voraussetzung: Er hat an einer Qualifizierungsmaßnahme teilgenommen:

Im Bedarfsfall, wenn er ein Problem, das mit gesundheitsgerechtem und sicherem Arbeiten zu tun hat, nicht mehr selbst lösen kann, wendet er sich an sein regionales BGN-Kompetenzzentrum.

Service


NEU: BGN-UNTERNEHMERMODELL (ALTERNATIVE BETREUUNG)


mit bedarfsorientierter Betreuung (Beratung im Bedarfsfall) durch Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit. Die Kosten der Beratung trägt der Unternehmer.

Der Unternehmer des Kleinbetriebs mit mehr als 10 und bis zu 50 Beschäftigten


REGELBETREUUNG


Der Unternehmer beauftragt Dienstleister (Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft), z. B. den ASD*BGN, mit der Betreuung. Er trägt die Kosten. Diese Regelbetreuung für diese Kleinbetriebe umfasst: Grundbetreuungen ohne zeitlich festgelegten Betreuungsumfang und anlassbezogene Betreuungen.

Die Regelbetreuung führen entweder vom Unternehmer beauftragte externe Dienstleister oder der ASD*BGN oder ein eigener Betriebsarzt und eine eigene Fachkraft für Arbeitssicherheit durch. Der Unternehmer trägt die Kosten. Die Regelbetreuung besteht aus der Grundbetreuung mit einem zeitlich vorgegebenen Umfang und betriebsspezifischen Betreuungen.

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