6. Montage und Benutzung von Flüssiggasanlagen

6.1 Druckregelgeräte mit Sicherheitseinrichtungen gegen unzulässig hohen Druckanstieg

Gasgeräte dürfen nur mit einem gleichmäßigen, auf das jeweilige Gerät abgestimmten Arbeitsdruck (in der Regel 50 mbar) benutzt werden. Dies wird durch die Verwendung eines Druckregelgerätes erreicht.

Druckregelgeräte regeln den Flüssiggasdruck, der je nach Temperatur der Flüssigkeit (Flüssigphase) mehrere bar betragen kann, auf den Arbeitsdruck der Gasgeräte (in der Regel 50 mbar) herab. Auch arbeiten die Geräte nur dann mit dem größten Wirkungsgrad und einer einwandfreien Verbrennung, wenn sie stets mit einem gleichmäßigen Druck versorgt werden (ausreichende Verbrennungsluftversorgung vorausgesetzt). Druckregelgeräte

bezeichnet.

Flüssiggasanlagen, bei denen die Gasgeräte dem Flaschen- bzw. Behälterdruck nicht ohne Druckregelgerät standhalten, müssen mit Sicherheitseinrichtungen gegen unzulässig hohen Druckanstieg ausgerüstet sein. Handelsübliche Gasgeräte (50 mbar) halten in der Regel dem Druck vor dem Druckregelgerät, also dem Flaschen- bzw. Behälterdruck (Druck ca. 8 bar bei 20 °C), nicht stand. Deshalb muss zusätzlich zum Druckregelgerät noch eine Sicherheitseinrichtung vorhanden sein. Sicherheitseinrichtungen gegen unzulässig hohen Druckanstieg sind z.B.



6.2 Montage des Druckregelgerätes und der Schlauchleitung an die Flüssiggasflasche

Auf Grund der verschiedenen Dichtungssysteme der Absperrventile ist zu unterscheiden zwischen Flüssiggasflaschen-Absperrventilen für Flaschen mit 5 und 11 kg Füllgewicht (auch Kleinflaschenventile genannt) und solchen Flaschen mit 33 kg Füllgewicht, auch Großflaschenventile genannt.

Kleinflaschen bis 14 kg Füllgewicht (also z.B. Flüssiggasflaschen mit 5 kg und 11 kg Füllgewicht) haben ein Absperrventil, bei dem sich ausgangsseitig ein Gummidichtring im Entnahmestutzen befindet und zur Ausrüstung des Ventils gehört (Abb. 14). Gegen den Dichtring erfolgt die Abdichtung, wenn ein Druckregelgerät mit Flügelmutter (Abb. 9, 14) an das Absperrventil gedrückt bzw. angeschlossen wird.

In jedem Fall muss vor Anschluss des Druckregelgerätes der Zustand des Dichtrings im Flaschenabsperrventil auf richtigen Sitz und Unversehrtheit kontrolliert werden.


Abb. 14: Absperrventil 11-kg-Flasche mit Gummidichtring im Entnahmestutzen und Druckregelgerät


Abb. 15: Absperrventil 33-kg-Flasche und Hochdruckschlauch mit Dichtring aus Aluminium

Flügel- und Rändelmutter an Druckregelgeräten (Abb. 14, 23) sind nur von Hand - ohne Werkzeug - zu verbinden.

Flüssiggasflaschen mit 33 kg Füllgewicht haben ein Absperrventil mit einer am Ausgangsanschluss metallischen Flachdichtfläche, also keinen Dichtring. Zur Abdichtung des Anschlusses am Absperrventil ist ein Dichtring aus Aluminium (Abb. 15) oder Kunststoff notwendig. Dieser muss in einem einwandfreien Zustand und selbsthaltend in der Anschlussarmatur eingesetzt sein, also z.B. im Druckregelgerät oder im Hochdruckschlauch. Vor dem Aufschrauben der Sechskantmutter auf das Absperrventil muss geprüft werden, ob der Dichtring vorhanden und unbeschädigt ist.

Die herstellerseitigen Empfehlungen zum Austausch der Dichtringe sind zu beachten.

Da - wie beschrieben - die verschiedenen Dichtsysteme unterschiedlich arbeiten, dürfen die Anschlüsse für beide Flaschentypen (33 kg und 5 kg/11 kg) nicht vertauscht werden.

Druckregelgeräte mit eingangsseitigem Kombinationsanschluss (Abb. 10, 16) können an Flüssiggasflaschen mit 5 kg, 11 kg und 33 kg Füllgewicht angeschlossen werden. Sie dürfen unter Berücksichtigung der Herstellerangaben grundsätzlich jedoch nur bis zu einer maximalen Entnahmemenge von 1,5 kg/h eingesetzt werden. Unabhängig vom Dichtsystem der Flasche muss der Dichtring am Druckregelgerät mit Kombinationsanschluss immer vorhanden und unbeschädigt sein (Abb. 16). Die herstellerseitigen Empfehlungen zum Austausch der Dichtringe sind zu beachten.


Abb. 16: Beispielhaftes Druckregelgerät (mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung) mit Kombinationsanschluss sowie Dichtring - Einsatz nur mit Dichtring, unabhängig vom Dichtsystem der Flasche (z.B. 5-kg-, 11-kg-, 33-kg-Flasche)

Nach der Herstellung der Anschlussverbindung (Absperrventil/Druckregelgerät bzw. Absperrventil/Hochdruckschlauch) muss diese vorsichtig bei geöffnetem Flüssiggasflaschen- Absperrventil und geschlossener Geräteabsperrarmatur auf Dichtheit geprüft werden. Die Dichtheitsprüfung ist unter Betriebsdruck mit einem schaumbildenden Mittel (z.B. Lecksuchspray) durchzuführen, Abb. 17. Betriebsdruck besteht bei geöffnetem Absperrventil der Flüssiggasflasche und geschlossener Absperrarmatur des Gasgerätes.

Die Dichtheit darf niemals mit offenem Feuer geprüft werden.


Abb. 17: Dichtheitsprüfung mittels Lecksuchspray



6.3 Rohr-, Schlauchleitungen

Die Gasgeräte sind grundsätzlich nur unter Verwendung von für Flüssiggas geeigneten Rohrleitungen anzuschließen (Abb. 18). Geeignet sind Rohrleitungen, die den chemischen, thermischen und mechanischen Beanspruchungen standhalten und erforderlichenfalls korrosionsgeschützt sind. Für Flüssiggas geeignete Rohrleitungen sind z.B. Leitungen aus Kupfer nach DIN EN 1057, geschweißtem Stahl, nahtlosem Stahl und nichtrostendem Stahl.

Anstelle von Rohrleitungen dürfen auch Schlauchleitungen verwendet werden, u.a.


Abb. 18: Crêpe-Backgerät mit Anschluss an eine Rohrleitung und Absperreinrichtung

Schlauchleitungen müssen den chemischen, thermischen und mechanischen Beanspruchungen standhalten. Zum Beispiel sind zwischen dem Absperrventil der Flüssiggasflasche und dem Druckregelgerät ausschließlich Schlauchleitungen der Druckklasse 30 (→ 30 bar) einzusetzen, Abb. 13. Zwischen dem Druckregelgerät und dem Gasgerät können auch Schlauchleitungen der Druckklasse 10 oder 6 (→ Betriebsdruck 10 bar oder 6 bar) verwendet werden, z.B. Abb. 25, 26.

Hinweis: Durch die europäische Harmonisierung ersetzen Schlauchleitungen der Druckklasse 10 die Schlauchleitungen der (nationalen) Druckklasse 6. Schlauchleitungen der Druckklasse 6 können jedoch bis zum Austausch (in der Regel nach 8 Jahren - siehe Abschnitt 16) eingesetzt werden.

Schlauchleitungen sind so zu verlegen, dass sie gegen chemische, thermische und mechanische Beschädigungen von außen geschützt sind. Schlauchleitungen dürfen grundsätzlich nicht durch Wände, Decken, Böden oder dergleichen verlegt werden. Wenn bei Verlegung von Schlauchleitungen auf Fußböden in Arbeitsbereichen mit Schlauchbeschädigungen gerechnet werden muss, sind hier „Schläuche für besondere mechanische Beanspruchung“ zu verwenden.

Zur Gewährleistung eines dichten Anschlusses sind vorzugsweise festeingebundene Schlauchleitungen mit

einzusetzen (Abb. 19).


Abb. 19: Festeingebundene Schlauchleitung mit Überwurfmutter und Schneidringverschraubung

Schlauchleitungen dürfen grundsätzlich nicht länger als 0,4 m sein. Abweichend hiervon dürfen Schlauchleitungen länger als 0,4 m verwendet werden, wenn

Ein besonderer betriebstechnischer Grund ist z.B. die Aufstellung an ständig wechselnden Standorten bzw. in fliegenden Bauten. Eine besondere Sicherheitsmaßnahme gegen Gasaustritt ist z.B. die Verwendung von Schlauchbruchsicherungen (Abb. 21, 22, 26). Hinweise zu Schlauchbruchsicherungen siehe Abschnitt 6.4.

Für einen flexiblen Anschluss der Gasgeräte können auch Schlauchleitungen mit Edelstahl-Geflecht verwendet werden (Abb. 20). Voraussetzung ist jedoch, dass diese Schlauchleitungen für Flüssiggas (Gasphase) geeignet sind sowie den chemischen, thermischen und mechanischen Beanspruchungen standhalten. Zudem müssen die Gassteckdosen die Gaszufuhr automatisch unterbrechen bzw. verriegeln, wenn die Schlauchleitung gezogen wird. Der abgebildete Kunststoffdrehgriff ermöglicht ein kontrolliertes Schließen bzw. Öffnen der Verbindung.

Beispielhafte Edelstahl-Geflecht-Schlauchleitung mit Kunststoffdrehgriff und Gassteckdose
Abb. 20: Beispielhafte Edelstahl-Geflecht-Schlauchleitung mit Kunststoffdrehgriff und Gassteckdose



6.4 Schlauchbruchsicherungen

Schlauchbruchsicherungen müssen auf das Gasgerät und das Druckregelgerät bezüglich des

abgestimmt sein. Zusätzlich sind bei der Auswahl einer Schlauchbruchsicherung die von dem Hersteller festgelegten zu beachten.

Schlauchbruchsicherungen verhindern den Gasaustritt bei Beschädigung oder Lösen der Schlauchleitung und schließen den Gasdurchgang ab, sobald der Nenndurchfluss um 10 % überschritten wird. Dadurch reagieren sie jedoch nicht auf „geringe“ Leckraten (z.B. Nagelspitze in der Schlauchleitung), welche unterhalb des Nenndurchflusses liegen.



6.5 Thermische Absperreinrichtungen

Um einen Gasaustritt in Folge von hohen Temperaturen (z.B. Brand) zu verhindern, müssen in Gasleitungsanlagen in Räumen (in z.B. Gaststätten, Imbiss-, Backbetrieben) grundsätzlich thermische Absperreinrichtungen (TAE) verwendet werden. In z.B. Marktständen oder in Fahrzeugen sind thermische Absperreinrichtungen rechtlich nicht zwingend gefordert. Beispielhafte thermische Absperreinrichtungen siehe Abbildungen 23 und 24.

Bei einer Temperatur von ca. 100 °C beginnt ein Lotwerkstoff zu schmelzen. Der vorgespannte Schließkegel wird dadurch gelöst und mittels Feder auf den Ventilsitz gedrückt. Die Gaszufuhr ist unterbrochen.

Beispielhaftes Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung und thermischer Absperreinrichtung (TAE)
Abb. 23: Beispielhaftes Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung und thermischer Absperreinrichtung (TAE)

Beispielhaftes Schnellschlussventil mit thermischer Absperreinrichtung (TAE)
Abb. 24: Beispielhaftes Schnellschlussventil mit thermischer Absperreinrichtung (TAE)

Nach dem Ansprechen muss das Bauteil mit der thermischen Absperreinrichtung ( Abb. 23, 24) ausgetauscht werden.

Einsatz: Wenn sich die gesamte Flüssiggasanlage (Flasche, Leitungen, Gasgerät etc.) im gleichen Raum befindet, ist z.B. ein Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung und thermischer Absperreinrichtung (Abb. 23) ausreichend. Sollte jedoch die Flüssiggasflasche im Freien und das Gasgerät im Raum aufgestellt sein, so muss "nur" in der Gasleitungsanlage im Raum eine thermische Absperreinrichtung, wie z.B. Abbildung 24 darstellt, installiert werden.



6.6 Übersicht erforderlicher Sicherheitseinrichtungen

In diesem Abschnitt sind die in den Abschnitten 6.1, 6.4 und 6.5 beschriebenen bzw. erforderlichen Sicherheitseinrichtungen kompakt zusammengestellt.

Erforderliche Sicherheitseinrichtungen unter Berücksichtigung der Abschnitte 6.1 und 6.3, unabhängig vom Gasgerät.

  1. bei Anschluss an

    Erforderliche Sicherheitseinrichtungen (hier: Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung) für die Benutzung von Gasgeräten mit Schlauchleitungen bis maximal 0,4 m (Beispiel: Infrarotstrahler), Betrieb im Freien
    Abb. 25: Erforderliche Sicherheitseinrichtungen (hier: Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung) für die Benutzung von Gasgeräten mit Schlauchleitungen bis maximal 0,4 m (Beispiel: Infrarotstrahler), Betrieb im Freien

  2. bei Schlauchleitungen länger als 0,4 m:
     Sicherheitseinrichtung gegen unzulässig hohen Druckanstieg (siehe a) und Schlauchbruchsicherung (Abb. 21, 22, 24, 29)

    Erforderliche Sicherheitseinrichtungen (hier: Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung und Schlauchbruchsicherung) für die Benutzung von Gasgeräten mit Schlauchleitungen länger als 0,4 m (Beispiel: Hockerkocher), Betrieb im Freien
    Abb. 26: Erforderliche Sicherheitseinrichtungen (hier: Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung und Schlauchbruchsicherung) für die Benutzung von Gasgeräten mit Schlauchleitungen länger als 0,4 m (Beispiel: Hockerkocher), Betrieb im Freien

  3. bei Gasleitungsanlagen in Räumen:
     Zusätzlich zu a) und b) müssen bei der Verlegung von Rohr- oder Schlauchleitungen in Räumen (in Gebäuden) thermische Absperreinrichtungen verwendet werden (Abb. 23, 24).


6.7 Gasverbrauchseinrichtungen (Gasgeräte), Absperreinrichtungen

Es dürfen grundsätzlich nur Gasgeräte mit einem Eingangsdruck von 50 mbar benutzt werden.

Die ab dem 01.01.1996 in Verkehr gebrachten Gasverbrauchseinrichtungen (Gasgeräte und Ausrüstungsteile, wie z.B. Schlauchbruchsicherungen) müssen mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet sein (Abb. 27). Mit der CE-Kennzeichnung bestätigt der Hersteller oder der Einführer, dass das Produkt den grundlegenden Anforderungen aller für das Produkt zutreffenden europäischen Richtlinien entspricht. Bei den Gasverbrauchseinrichtungen ist in jedem Fall eine EG-Baumusterprüfung erforderlich, welche von einer zugelassenen Prüfstelle durchzuführen ist.

Typenschild am Gasgerät mit Angaben, u.a. CEZeichen mit Kennnummer

Das Gasgerät oder das Typenschild des Gerätes muss die CE-Kennzeichnung mit der Kennnummer der Stelle (z.B. CE 0085), die bei der Produktüberwachung eingeschaltet wurde, zusammen mit den nachstehenden Beschriftungen tragen (Abb. 28):

In der dem Gasgerät beiliegenden EG-Baumuster-Konformitätserklärung sichert der Hersteller zu, dass das Produkt mit dem Baumuster übereinstimmt. Und das die grundlegenden Anforderungen der Richtlinie über Gasverbrauchseinrichtungen eingehalten sind.

Hinweis
Mit dem CE-Zeichen und der EG-Baumuster-Konformitätserklärung wird bescheinigt, dass das Gasgerät den einschlägigen Regelungen entspricht. Aber „nur“ den grundlegenden Anforderungen zum Bau und zur Ausrüstung des Gasgerätes (nicht zu betrieblichen Aspekten). Denn nur die Einhaltung der Anforderungen zum Bau und zur Ausrüstung wird in der Richtlinie gefordert. Folglich muss also immer noch vor dem Kauf eines Gasgerätes geprüft werden, ob das Gasgerät den nationalen betrieblichen Anforderungen entspricht. Z.B. dürfen Gasgeräte ohne Zündsicherung grundsätzlich nur im Freien benutzt werden - und nicht in Räumen.

Gasverbrauchseinrichtungen, die vor dem 01.01.1996 in Verkehr gebracht worden sind, müssen eine DVGW-Zulassung haben (DVGW - Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.).

Gasverbrauchseinrichtungen ohne CE-Kennzeichnung bzw. DVGW-Zulassung dürfen in der Europäischen Gemeinschaft bzw. Bundesrepublik Deutschland nicht eingesetzt werden, da die Einhaltung der o.g. Anforderungen nicht nachgewiesen ist.

Zusätzlich zur CE-Kennzeichnung auf dem Gasgerät muss der Hersteller in deutscher Sprache eine

Auch müssen die für gewerbliche Zwecke gesondert in den Verkehr gebrachten Sicherheits-, Kontroll- und Regelvorrichtungen (z.B. Druckregelgeräte, Schlauchbruchsicherungen), welche in eine Gasverbrauchseinrichtung eingebaut oder zu einer solchen zusammengebaut werden, die o.g. Anforderungen erfüllen.

Zündsicherung: Zur sicheren Benutzung der Flüssiggasanlage müssen gefährliche Ansammlungen von unverbranntem Gas in dem Gasgerät und in deren Aufstellungsräumen (Stände, Zelte, Fahrzeuge etc.) vermieden sein. Dies kann z.B. durch eine Zündsicherung erreicht werden (Abb. 29); denn die Zündsicherung sperrt die Gaszufuhr zum Brenner, wenn die Gasflamme erlischt.

Bräter mit am Brennerrohr anliegender Zündsicherung
Abb. 29: Bräter mit am Brennerrohr anliegender Zündsicherung

Die Gaszufuhr muss leicht unterbrochen werden können. Dies kann durch Betätigen mit einer vor dem Gasgerät eingebauten und leicht zugänglichen Absperreinrichtung erreicht werden. Wenn sich die Flüssiggasflasche im gleichen Raum mit dem Gasgerät befindet, kann als Absperreinrichtung z.B. das Absperrventil der Flüssiggasflasche (Abb. 30) dienen. Sollte sich jedoch die Versorgungsanlage (z.B. Flüssiggasflasche) im Freien befinden und das Gasgerät im Raum aufgestellt sein, so ist vor dem Gasgerät im Raum z.B. ein Schnellschlussventil (Abb. 24) zu installieren.

Außerbetriebnahme von Gasgeräten:

Zum Arbeitsschluss, bei längeren Arbeitsunterbrechungen, bei Störungen oder in Gefahrfällen ist die Gaszufuhr zu den Geräten zu unterbrechen. Dafür sind die Ventile der Flüssiggasflaschen zu schließen (rechts herum), Abb. 30.


Abb. 26: Schließen des Absperrventils der Flüssiggasflasche

Da Gasgeräte grundsätzlich nur aus der Gasphase betrieben werden dürfen, ist Flüssiggas nur aus aufrecht stehenden Flüssiggasflaschen (Brenngasflaschen) zu entnehmen.

Zum sicheren Zünden müssen geeignete Gasanzünder, z.B. Piezozünder, zur Verfügung stehen und benutzt werden.

Gasgeräte sollten grundsätzlich nur unter Aufsicht benutzt werden. Hinweise zur sicheren Benutzung sind der Betriebsanleitung des Herstellers zu entnehmen.



6.8 Verbrennungsluftversorgung und Abgasabführung

Bei der Verbrennung von Flüssiggas ist ein großer Luft- bzw. Sauerstoffbedarf erforderlich.

Um eine vollkommene Verbrennung zu erreichen, werden pro 1 kg Flüssiggas (Propan) ca. 12 m³ Luft benötigt. Wird der Flamme nicht genügend Frischluft zugeführt, verbrennt das Gas nur unvollständig. Es kann sich insbesondere giftiges Kohlenmonoxid (CO) bilden. Vergiftungsgefahr infolge Kohlenmonoxidbildung kann auch entstehen, wenn verschmutzte, falsch eingestellte oder schadhafte Gasgeräte benutzt und die Verbrennungsprodukte nicht gefahrlos ins Freie abgeführt werden.

Also ist immer eine ausreichende Verbrennungsluftversorgung und gefahrlose Abgasabführung zu gewährleisten. Zu berücksichtigen sind hierbei die einschlägigen Installationsvorschriften und die Angaben der Gasgeräte-Hersteller.



6.9 Brand- und Explosionsschutz (Dichtheitsprüfung, Feuerlöscher, Zonen)

Dichtheitsprüfungen an Flüssiggasanlagen können z.B.

erfolgen.

Dichtheitsprüfungen mittels Lecksuchspray sind unter Betriebsdruck durchzuführen. Betriebsdruck besteht bei geöffnetem Absperrventil der Flüssiggasflasche und geschlossener Absperrarmatur des Gasgerätes.

Bei Dichtheitsprüfungen mit in der Flüssiggasanlage integriertem Manometer ist wie folgt vorzugehen: Das Flaschenabsperrventil ist zunächst zu öffnen, die Absperrarmatur des Gasgerätes bleibt geschlossen. Am Manometer kann nun der momentane Flaschendruck abgelesen werden. Das Flaschenabsperrventil ist zu schließen. Jetzt darf der angezeigte Gasdruck am Manometer während der Prüfzeit nicht abfallen. Fällt der Druck ab, muss die gesamte Flüssiggasanlage auf die undichte Stelle hin geprüft werden. Für Druckregelgeräte in der Ausführung mit Manometer (Abb. 31) sind die herstellerseitigen Angaben in der Bedienungsanleitung - u.a. zur Prüfzeit - zu beachten. In der Regel genügt eine Wartezeit von 2 Minuten für den Temperaturausgleich sowie eine Prüfzeit von 10 Minuten.


Abb. 31: Beispielhaftes Druckregelgerät mit integrierter Überdrucksicherheitseinrichtung und Manometer zur Dichtheitskontrolle

Die geeignete Dichtheitsprüfung ist für den Einzelfall zu ermitteln und festzulegen. Dichtheitsprüfungen dürfen nur von hierzu unterwiesenen und beauftragten Personen ausgeführt werden.

Bei Verdacht auf Undichtigkeiten müssen mögliche Zündquellen sofort beseitigt werden. Wenn durchführbar, sind die geöffneten Flaschenventile unverzüglich abzusperren. Die für Propan benötigte Zündtemperatur von ca. 510 °C kann bereits durch eine brennende Zigarette gegeben sein.

Solange es ohne Gefahr möglich ist, sind die Flüssiggasflaschen aus den brandgefährdeten Bereichen zu entfernen oder mit Wasser zu kühlen. Die Feuerwehr ist auf das Vorhandensein von Flüssiggasflaschen im Brandbereich oder dessen Nähe aufmerksam zu machen. Auch sind ggf. zusätzlich regionale Anforderungen zu berücksichtigen, welche mit dem örtlich zuständigen Brandschutz abzustimmen sind.

Für das Löschen von Flüssiggasbränden (Brandklasse C) sind geeignete und zugelassene Feuerlöscher bereitzustellen und zu benutzen, z.B. Pulverlöscher mit ABC-Löschpulver (nach DIN EN 3).

Wenn bei der Benutzung von Flüssiggasanlagen gefährliche explosionsfähige Atmosphäre auftreten kann, müssen diese Bereiche in Zonen eingeteilt und ein Explosionsschutzdokument erstellt werden. Informationen sowie Beispiele zur Zoneneinteilung sind unter www.bgn.de, Wissen Kompakt "Flüssiggasanlagen" verfügbar. In der Regel sind bei der Benutzung von Mehrflaschenanlagen, Flüssiggasanlagen mit stationären Behältern und Fässern Zonen vorhanden. Unter Beachtung bestimmter Voraussetzungen sind Zonen im Bereich von Einflaschenanlagen (wenn das Druckregelgerät direkt an das Flaschenabsperrventil angeschlossen ist) und beim Lagern von Flaschen nicht erforderlich.



6.10 Mangel, Manipulationen

Tritt bei Flüssiggasanlagen ein Mangel auf, der zu einer Gefährdung führen kann, ist die Flüssiggasanlage solange der weiteren Benutzung zu entziehen bzw. stillzulegen, bis der Mangel behoben ist. Gefährdungen können z.B. bei Undichtigkeiten an Verbindungsstellen, beschädigten Leitungen und defekter Zündsicherung am Gasgerät vorliegen.

Ventile von Gasgeräten (z.B. an Grillgeräten in Hähnchengrillwagen, Abb. 32) können durch Ablagerungen wie Fett, Schmutzpartikel schwergängig sein („verkleben“). Dann besteht die Gefahr, dass der anfangs gedrückte Knebel (Regelknopf) nicht mehr vollständig bzw. selbsttätig zurückfährt. Es kann unkontrolliert unverbranntes Gas entweichen. Die leichte Gangbarkeit der Ventile sollte arbeitstäglich vor jeder Benutzung geprüft werden. Erforderlichenfalls sind die Ventile zu reinigen bzw. die Ablagerungen zu entfernen.

Manipulationen, z.B. an Sicherheitseinrichtungen, sind strengstens verboten. Sie können zu schweren Unfällen führen und Rechtsfolgen (u.a. Bußgelder, Regressansprüche) nach sich ziehen. Z.B. kann bei manipulierten Ventilen bzw. überbrückten Zündsicherungen unkontrolliert Gas austreten und somit Brand- und Explosionsgefahr entstehen (Abb. 32).

Grillgerät eines Hähnchengrillwagens mit manipulierten Ventilen
Abb. 32: Grillgerät eines Hähnchengrillwagens mit manipulierten Ventilen

Autor: Hartmann
2015-2-25