17. Beförderung von Flüssiggasflaschen mit Kraftfahrzeugen

Bei jeder Beförderung von Flüssiggas - unabhängig von der Menge und auch bei leeren oder vermeintlich leeren Flaschen - sind immer Maßnahmen zu ergreifen, um das Austreten von Flüssiggas zu verhindern.

In diesem Abschnitt werden - auf Grund der verschiedensten möglichen Gefahrgutbeförderungen (z.B. Stoffe, Menge) und den daraus resultierenden Anforderungen - die für die Beförderung von und zu Märkten, Volksfesten oder dergleichen relevanten Bestimmungen aus den Vorschriften zusammengefasst.

Es sind hierbei grundsätzlich zwei Beförderungen zu unterscheiden:

  1. Beförderungen von Flüssiggasflaschen, die Unternehmen in Verbindung mit ihrer Haupttätigkeit durchführen. Darunter fallen z.B. Lieferungen für und Rücklieferungen von fliegenden Bauten zum sofortigen Verbrauch,
    und
  2. wenn die Flüssiggasflaschen dort noch gelagert werden, handelt es sich nicht mehr um eine Beförderung in Verbindung mit der Haupttätigkeit, sondern um eine Versorgungsfahrt. Versorgungsfahrten sind auch z.B. Beförderungen von Flüssiggasflaschen von der Abfüllstation oder Verkaufsstelle zu einem Lager.

Gemeinsame Bestimmungen (a. und b.) bei Beförderung bis max. 333 kg Flüssiggas:

Sofern keine anderen gefährlichen Güter (z.B. Benzin, Diesel, Reinigungsmittel, Farben) gleichzeitig befördert werden, beträgt die höchstzulässige Menge je Fahrzeug in beiden Fällen maximal 333 kg Flüssiggas (Nettomasse). Dies sind bis zu

Die Flüssiggasflaschen müssen gegen Verrutschen, Umfallen oder Umherrollen gesichert sein, z.B. durch Verzurren. Dies gilt auch beim Einsatz für einen Transportbehälter.

Die Druckregelgeräte sind von den Flüssiggasflaschen zu entfernen. Die Absperrventile (Flaschenventile) der Flüssiggasflaschen sind zu schließen und mit der Ventilschutzkappe zu sichern (Abb. 42). Bei der Beförderung von Flüssiggasflaschen in Schutzkisten ist eine Ventilschutzkappe nicht erforderlich.

Unzulässige Erwärmung ist zu vermeiden.

Der Fahrzeugführer und weitere Beteiligte müssen unterwiesen sein.

Insbesondere während der Beförderung und bei den Ladearbeiten sind das Rauchen sowie der Umgang mit Feuer und offenem Licht in der Nähe des Fahrzeuges und in dem Fahrzeug verboten.

Die Flüssiggasflaschen müssen vorschriftsmäßig gekennzeichnet sein (Abb. 52).

Kennzeichnung Flüssiggasflasche (Gefahrgutaufkleber)
Abb. 52: Kennzeichnung Flüssiggasflasche (Gefahrgutaufkleber)

Kraftfahrzeuge zur Beförderung von Flüssiggasflaschen müssen eine ausreichende Belüftung (Zu- und Abluft) haben. Daher ist die Beförderung von Flüssiggasflaschen in

der Beförderung in geschlossenen Fahrzeugen vorzuziehen.

Die normale Belüftung im PKW reicht in der Regel nicht aus. Daher sollte die Beförderung in einem PKW nur ausnahmsweise und kurzzeitig unter Beachtung besonderer Schutzmaßnahmen erfolgen. Schutzmaßnahmen bezüglich der Lüftung können ausreichend sein, wenn das Lüftungsgebläse auf Außenzuluftzufuhr und höchste Stufe eingeschaltet ist. Wenn jedoch eine Belüftung des Fahrzeuges nicht möglich bzw. nicht ausreichend ist, müssen die Ladetüren der Fahrzeuge mit der Aufschrift „Achtung, keine Belüftung, vorsichtig öffnen“ versehen werden, wobei die Buchstaben mind. 25 mm hoch sein müssen.

Die Flüssiggasflaschen sind unmittelbar vor Beginn der Beförderung in den PKW zu laden und unverzüglich nach Beendigung der Beförderung aus dem Fahrzeug zu nehmen, da bei abgestelltem Fahrzeug die Durchlüftung in der Regel nicht gegeben ist.

Zusätzliche Bestimmungen bei Versorgungsfahrten bis max. 333 kg Flüssiggas
(ohne Beförderung weiterer gefährlicher Güter):

Bei allen Beförderungen über 333 kg Flüssiggas (auch Haupttätigkeit) sind weitere zusätzliche Maßnahmen wie z.B. ADR-Führerschein, Beförderungspapier, Unfallmerkblatt (Schriftliche Weisungen), Kennzeichnung des Fahrzeugs, zusätzliche Feuerlöscher, zu ergreifen.

Weiterführende Informationen sind der BGI 590 „Sichere Beförderung von Flüssiggasflaschen und Druckgaspackungen mit Fahrzeugen auf der Straße“ sowie der BGI 649 „Ladungssicherung auf Fahrzeugen“ zu entnehmen.

Autor: Hartmann
2015-2-25