16. Prüfungen

Flüssiggasanlagen, deren Sicherheit von den Montagebedingungen abhängt, sind nach der Montage und vor der ersten Inbetriebnahme von hierzu befähigten Personen zu prüfen. Die Prüfung hat den Zweck, sich von der ordnungsgemäßen Montage und der sicheren Funktion dieser Flüssiggasanlagen zu überzeugen (u.a. Dichtheitsprüfung, ausreichende Frischluftzuführung, gefahrlose Abgasabführung).

Befähigte Person ist eine Person, die durch ihre Berufsausbildung, ihre Berufserfahrung und ihre zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung der Flüssiggasanlage verfügt.

Prüfungen an einem neuen Standort (z.B. auf Märkten, Volksfesten): Auf Grund besonderer Beanspruchungen, den ständig wechselnden Einsatzorten und des oftmals rauen Betriebes kann es erforderlich sein, dass die Flüssiggasanlage nach der Montage an einem neuen Standort und vor Inbetriebnahme von einer hierzu befähigten Person zu prüfen ist.

Unter der Voraussetzung, dass Einflaschen-Flüssiggasanlagen bis maximal 33-kg- Flüssiggasfüllung

können die erforderlichen Prüfungen an einem neuen Standort vor Inbetriebnahme durch geeignete, unterwiesene und beauftragte Personen durchgeführt werden. Der Prüfumfang umfasst insbesondere die Dichtheitsprüfung der Flüssiggasanlage. Die Dichtheitsprüfung umfasst vorwiegend die zur Beförderung gelösten Verbindungsstellen nach dem Zusammenbau. Dichtheitsprüfungen können z.B. mit einem schaumbildenden Mittel (Lecksuchspray) erfolgen (Abb. 17).

Mehrflaschen-Flüssiggasanlagen sind hinsichtlich der Versorgungsanlage, häufig aber auch hinsichtlich der Verbrauchsanlage komplexer aufgebaut. Somit kann es erforderlich sein, dass Mehrflaschen-Flüssiggasanlagen an einem neuen Standort durch eine befähigte Person zu prüfen sind. Im Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung kann jedoch im begründeten Einzelfall bei einfachen Mehrflaschen-Flüssiggasanlagen die Prüfung durch eine geeignete, unterwiesene und beauftragte Person ausreichend sein. Z.B. wenn die einzelnen Bauteile der Verbrauchsanlage (Leitungen, Druckregelgeräte, Sicherheitseinrichtungen) fest am bzw. im Fahrzeug installiert sind und zum Verfahren des Fahrzeuges an einen neuen Standort lediglich die Flüssiggasflaschen von den Schlauchleitungen demontiert bzw. an einem neuen Standort die Schlauchleitungen an die Flüssiggasflaschen montiert werden. Diese Tätigkeiten sind praktisch vergleichbar mit dem routinemäßigen (arbeitstäglichen) Austausch einer entleerten Flüssiggasflasche ("Flaschenwechsel").

Wiederkehrende Prüfungen: Flüssiggasanlagen sind wiederkehrend durch eine befähigte Person zu prüfen. Der Arbeitgeber hat im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung Art, Umfang und Fristen zu ermitteln und festzulegen. Nach dem derzeitigen Stand der Technik haben sich folgende Prüffristen bewährt:

Stationäre Anlagen Ortsveränderliche Anlagen, Anlagen in fliegenden Bauten Anlagen mit Gasgeräten unter Erdgleiche Anlagen in Fahrzeugen und Anhängerfahrzeugen
Mind. alle 4 Jahre Mind. alle 2 Jahre Mind. einmal jährlich Mind. alle 2 Jahre

Im Ergebnis der Prüfung wird insbesondere die

festgestellt. Zum Prüfumfang gehören u.a. die Prüfung auf Vollständigkeit der erforderlichen Bauteile und Sicherheitseinrichtungen, deren ordnungsgemäßen Zusammenbau, ausreichende Frischluftzuführung, gefahrlose Abgasabführung, Einhaltung der Schutzbereiche und Schutzabstände, Funktionsfähigkeit der Zündsicherung des Gasgerätes sowie eine Brennprobe.

Die Ergebnisse der Prüfungen sind zu dokumentieren.

Prüfhinweise zu stationären Flüssiggasbehältern:
An stationären Flüssiggasbehältern (Abb. 47, Anhang 8) sind zusätzliche, verbindlich vorgeschriebene Prüfungen durchzuführen. Diese Prüfungen hat der Arbeitgeber zu veranlassen. Flüssiggasbehälter müssen von befähigten Personen (bP) und zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS) geprüft werden. Hinweise zu Prüfungen am Beispiel eines in der Praxis typischen Flüssiggasbehälters siehe Tabelle 4. Annahme: Der Behälter ist in Serie gefertigt; die Ausrüstung ist im Baumuster enthalten und die Prüfung einer Anlage der Serie ist durch eine ZÜS erfolgt; keine Einbauten wie z.B. Heizungen sind im Behälter vorhanden; oberirdische Behälter-Aufstellung im Freien; Inhalt < 3 t; Entnahme aus der Gasphase.

Prüfung vor Inbetriebnahme (Aufstellungsprüfung) Fristen wiederkehrender Prüfungen
ZÜS/bP Äußere Prüfung
2 Jahre (bP)
Innere Prüfung
10 Jahre (ZÜS)
Festigkeitsprüfung
10 Jahre (ZÜS)

Muster-Prüfbescheinigungen

Austausch von Anlagenteilen: Anlagenteile, die Verschleiß oder Alterung unterliegen, sind spätestens nach 8 Jahren auszuwechseln. Entsprechende Anlagenteile sind z.B. Druckregelgeräte, Schlauchbruchsicherungen, Schlauchleitungen, Absperreinrichtungen. Ein Austausch ist nicht erforderlich, wenn die ordnungsgemäße Beschaffenheit durch eine befähigte Person bestätigt worden ist. Zusätzliche Anforderungen sind den Betriebsanleitungen der Hersteller zu entnehmen.

Autor: Hartmann
2015-2-25