Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was fällt alles unter den Begriff "Getränkeschankanlagen"?

Getränkeschankanlagen sind Anlagen, aus denen mit oder ohne Betriebsüberdruck Getränke zum Endverbrauch ausgeschenkt werden - jedoch keine Anlagen, die mit Wasserdampf oder Heißwasser betrieben werden (= Definition nach DIN 6650-1: Getränkeschankanlagen - Tel 1: Allgemeine Anforderungen).
Demnach sind alle Bier-, Wein-, und alkoholfreie Wasseranlagen (z. B. leitungsgebundene Wasseranlagen und Wasserspender, Saftanlagen, Erfrischungsgetränke etc.) Getränkeschankanlagen.

Wie oft muss eine Getränkeschankanlage sicherheitstechnisch geprüft werden?

Getränkeschankanlagen sind Arbeitsmittel. Für ihre Prüfungen gelten die Festlegungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV, § 2 Abs. 1 und 13, § 15 und Anhang 2 Abschnitt 4). Der Arbeitgeber ermittelt im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung Art, Umfang und Fristen wiederkehrender Prüfungen. Diese müssen von einer zur Prüfung befähigten Person durchgeführt werden. Nach dem derzeitigen Stand der Technik ist eine Frist von zwei Jahren angemessen. Kürzere Fristen können z. B. bei Unternehmerwechsel oder starker Beanspruchung der Anlage erforderlich sein. Siehe hierzu auch DGUV Regel 110-007: Errichtung und Betrieb von Getränkeschankanlagen, Kapitel 4.7.3.

Wer darf Getränkeschankanlagen sicherheitstechnisch prüfen?

Getränkeschankanlagen müssen von einer zur Prüfung befähigten Person geprüft werden. Das ist jemand, der durch seine Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeit über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung der Getränkeschankanlage verfügt. Zum Beispiel eine Person, die nach dem DGUV Gundsatz 310-007 Ausbildung von Personen und Anerkennung von Lehrgängen für die sicherheitstechnische Prüfung von Getränkeschankanlagen pdf-Symbol ausgebildet ist.

Wo finde ich Prüfer von Getränkeschankanlagen?

Zum Beispiel in der Prüfer-Datenbank der BGN.

Welche Prüfnachweise sind erforderlich?

Sicherheitstechnische Prüfungen müssen dokumentiert werden und mindestens Auskunft geben über die Art der Prüfung, den Prüfumfang und das Ergebnis der Prüfung. Zu empfehlen ist die Dokumentation der Prüfung z. B. in der Prüfbescheinigung Word-Symbol nach DGUV Grundsatz 310-008 Prüfbescheinigung über die sicherheitstechnische Prüfung von Getränkeschankanlagen.

Wer bildet Prüfer von Getränkeschankanlagen aus?

Anerkannte Lehrgangsträger (nach DGUV Grundsatz 310-007 Qualifizierung von Personen und Anerkennung von Lehrgängen für die sicherheitstechnische Prüfung von Getränkeschankanlagen) bieten Ausbildungsseminare und Schulungen an.

Welche Schutzmaßnahmen bieten ausreichenden Personenschutz?

Geeigneten Personenschutz können bieten:

oder

oder

oder

oder

Beispiel: Aus einer Kohlendioxidflasche mit einem Füllgewicht von 10 kg wird bei Austreten des gesamten Flascheninhalts eine Gasmenge von ca. 5,1 m3 Kohlendioxid freigesetzt. Für diesen Fall sind bei einem Raumvolumen von 170 m3 und mehr keine weiteren Schutzmaßnahmen erforderlich. Das Raumvolumen begrenzt dann die Kohlendioxid-Konzentration auf maximal 3 Vol.-Prozent (= akzeptierte Gaskonzentration im Störungsfall). Für das zu betrachtende Raumvolumen können alle Räume bzw. Bereiche berücksichtigt werden, die durch dauerhafte großflächige Öffnungen (vorrangig in Bodennähe) miteinander verbunden sind.

Wie oft muss eine Getränkeschankanlage gereinigt werden?

Die Reinigungs- und Desinfektionsintervalle ergeben sich aus:

  1. den Angaben der Getränkehersteller
  2. den Angaben der Geräteherstelle,
  3. dem spezifischen Bedarf oder
  4. der Tabelle, wenn keine Vorgaben bzw. Informationen nach a) bis c) vorliegen

Um den individuellen spezifischen Bedarf zu ermittelt, muss man insbesondere die hygienischen Umgebungsbedingungen, die Anlagenkonzeption sowie die Art des Reinigungsverfahrens berücksichtigen. Geringer Ausstoß bzw. lange Anstichdauer, längere Schankpausen, lange Leitungen, eine hohe Anzahl von Einbauten (z. B. Schaumstopper, Pumpen) und höhere Lagertemperaturen, können einen erhöhten Reinigungsbedarf bedeuten.

Falls der spezifische Bedarf nicht ermittelt wurde und keine Vorgaben verfügbar sind, sind in der Regel die in der Tabelle angegebenen Intervalle heranzuziehen.

Tabelle: Reinigungs- und Desinfektionsintervalle nach DIN 6650-6

Getränkegruppe


Beispiele
Reinigungs- und Desinfektionsintervall

Tage
Fertiggetränke: Fruchtsaft, Fruchtnektar, Fruchtsaftgetränke; Milch 1
Alkoholfreies Bier 1 bis 7
Bier 7
Wein; weinhaltiges Heißgetränk (z. B. Glühwein); kohlensäurehaltiges, alkoholfreies Erfrischungsgetränk (z. B. Orangen-, Zitronenlimonade), Colagetränke 7 bis 14
Grundstoff (Getränkesirup), Spirituosen 30 bis 90
Wasser, Tafelwasser 90 bis 180

Weitere Infos zur Reinigung und Desinfektion, u. a. zu Reinigungs- und Desinfektionsmittel und -verfahren und vieles mehr enthält Kapitel 4 der Arbeitssicherheitsinformation ASI 6.84 Hygienischer Betrieb von Getränkeschankanlagen

Muss die Reinigung der Getränkeschankanlage dokumentiert werden?

Ja. Derjenige, der die Reinigung und Desinfektion durchführt, muss sie anschließend mit seinem Name, mit Datum, Reinigungsart und benutztem Reinigungs- und Desinfektionsmittel dokumentieren. Dieser Reinigungsnachweis (Dokumentation) ist an der Betriebsstätte aufzubewahren - mindestens ein Jahr lang.

Weitere Infos zur Reinigung und Desinfektion, u. a. zu Reinigungs- und Desinfektionsmittel und -verfahren und vieles mehr enthält Kapitel 4 der Arbeitssicherheitsinformation ASI 6.84 Hygienischer Betrieb von Getränkeschankanlagen

Wer darf eine Getränkeschankanlage reinigen?

Die Reinigung einer Getränkeschankanlage kann durch

Weitere Infos zur Reinigung und Desinfektion, u. a. zu Reinigungs- und Desinfektionsmittel und -verfahren und vieles mehr enthält Kapitel 4 der Arbeitssicherheitsinformation ASI 6.84 Hygienischer Betrieb von Getränkeschankanlagen

Welche Maßnahmen sind bei der Verwendung von Fasskühlern und beim Thekenanstich erforderlich?

Für den Fasskühler oder den Kühlraum der Theke (bei Thekenanstich) sind keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen erforderlich, wenn die erforderlichen Maßnahmen für den Aufstellungsraum des Fasskühlers oder der Theke realisiert sind. Wenn also ein ausreichendes Raumvolumen, eine wirksame technische Lüftung oder eine geeignete Gaswarnanlage vorhanden sind.

Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch immer, dass die in den Innenraum führenden Gasleitungen gegen mechanische Beschädigungen geschützt verlegt sind - z. B. in Leerrohren oder Tüllen.

Welche Schutzmaßnahmen sind in der Regel in begehbaren Kühlräumen bzw. Kühlzellen erforderlich?

Begehbare Kühlräume und Kühlzellen haben in der Regel ein geringes Raumvolumen. Werden sie als Aufstellungsraum für angeschlossene CO2-Druckgasflaschen, Mischgasflaschen (z. B. N2: 70 %, CO2: 30 %) und/oder angeschlossene Getränke- bzw. Grundstoffbehälter genutzt, sind in jedem Fall Schutzmaßnahmen erforderlich.

Beispiel: Entweicht der komplette Inhalt einer 10-kg-Kohlendioxidflasche in einen Kühlraum mit einem in der Praxis üblichen Raumvolumen von rund 15 m3 (L x B x H), dann befindet sich dort ein homogenes Kohlendioxid-/Luft-Gemisch mit über 30 Vol.-% Kohlendioxid. Bereits eine Kohlendioxid-Konzentration von ca. 10 Vol.-% in der Atemluft wirkt tödlich. Schutzmaßnahmen wie z. B. die Installation einer Gaswarnanlage sind zwingend erforderlich.

Im diesem Beispiel kann es nach dem Öffnen der Kühlraumtür 2 bis 3 Minuten dauern, bis im Kühlraum wieder eine ungefährliche Gaskonzentration erreicht ist. Selbst der kurzzeitige Fasswechsel kann zur tödlichen Gefahr werden, wenn Kohlendioxid unkontrolliert austritt und keine Schutzmaßnahme getroffen wurde. Denken Sie unbedingt daran, dass die Tür immer offen stehen muss, während sich Personen im Kühlraum aufhalten.

Begehbare Kühlräume und Kühlzellen müssen jederzeit verlassen werden können. Türen müssen deshalb sowohl von innen als auch von außen geöffnet werden können. Ortsfeste begehbare Kühlräume mit einer Grundfläche von mehr als 10 m2 müssen, auch wenn die Türen von außen abgeschlossen sind, von innen zu öffnen sein. Vergewissern Sie sich vor dem Verschließen der Türen, dass sich keine Personen in den Räumen befinden.